Historie

Die folgenden Seiten führen Sie auf eine Reise durch fast 1.Jahrhundert Geschichte und Tradition der Maigesellschaft. Sollten Sie vielleicht selbst noch Text- Bildmaterial aus früheren Jahren haben, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns dieses leihweise zur Verfügung stellen würden….

Maibaum & Maistrauß

Genauso alt wie das Maifeuer ist der Maibaum. Er berichtet von Baumfesten, die in vielen alten Kulturen gefeiert wurden. Ursprünglich wurden diese Baumfeste im Wald abgehalten, denn dort war der Wald – und Vegetationsgeist zu Hause. Es ging gegen die Natur von Naturvölkern, einen Baum abzuschlagen, ihn also zu töten. um dann an ihm ein Freudenfest zu feiern. 

Erst später wurde es Sitte, einen Baum, meist eine Birke, mit Sang und Klang aus dem Wald ins Dorf zu holen und ihn auf dem Dorfplatz aufzustellen. Bis vor Jahrhunderten sollen Frauen die Hauptbeteiligten bei der Einholung des Baumes gewesen sein, die immer zur Nacht geschah. 

Der Baum bringt dem Hofe oder dem Dorfe Segen, weil er, aufgerichtet, die ihm innewohnende Wachstumskraft weit und breit ausstrahlt. In der Symbolik steht der Maibaum für knospende Natur und erwachende Liebe. Nach altem Naturverständnis steigen zu Maibeginn die Gottheiten auf die Erde. Es ist die Zeit der heiligen Hochzeit. der körperlichen Vereinigung von Gottheit und Menschheit. Bei den Germanen galt der 1.Mai als Hochzeitstag Wodans mit der Göttin Freya. 

Durch das Schmücken des Baumes wurde die Symbolkraft gestärkt. Bunte Bänder verwandelten den zart grünenden Baum oder Ast in einen farbenfrohen Frühlingsstrauß. Freudentänze rund um den Maibaum gehörten zum Frühlingsfest. 

Eng verbunden mit der Tradition des Dorfmaibaumes ist das Stecken der Maien an Häusern, in denen unverheiratete Mädchen wohnen. Früher war das Maistecken eine gemeinschaftliche Aktion. Gemeinsam setzten die Dorfjungen jedem Mädchen einen Maien ans Haus. Dabei war es längst nicht gleichgültig, welcher Baum von den Burschen ausgewählt worden war.

Maifest

Das alljährliche Maifest ist für den Verein und seine Besucher der Höhepunkt des ganzen Jahres. In den ersten Jahren seit der Gründung von “ Holdes Grün“ wurden nur unregelmäßig Maifeste veranstaltet. Seit 1937 mit Ausnahme der Zeit während des zweiten Weltkrieges findet diese Feier jedoch jedes Jahr statt. Neben der Bevölkerung und vielen Ehemaligen feiert die Maigesellschaft gemeinsam mit den Ortsvereinen und den befreundeten Vereinen ihr Maifest standesgemäß im buntgeschmückten Festzelt. 

Für gewöhnlich beginnen die Feierlichkeiten mit einer Disco am Freitagabend. Hier begeistert der DJ mit professioneller Sound – und Lichtanlage insbesondere die jüngeren Besucher.

Nachdem am darauffolgenden Vormittag das Zelt durch die Maiburschen für die weiteren Veranstaltungen gesäubert wird, trifft sich die Gesellschaft am Nachmittag im dunklen Anzug bzw. Maikleid beim Maikönig und folgt somit seiner Einladung zu einem kleinen Umtrunk. Vor der abendlichen hl. Messe findet dann die Vereidigung auf dem Vorplatz des Bürgerhauses statt. Hierbei legt der Maikönig den Schwur zur ewigen Treue zu „Holdes-Grün“ ab. Nach der hl. Messe und der Kranzniederlegung am Ehrendenkmal auf dem Friedhof findet unter Mitwirkung der Ortsvereine und der befreundeten Vereine der große Festumzug durch den Ort statt. Anschließend lädt die Gesellschaft dann zu Tanz und Stimmung ins Festzelt ein. Neben der Unterhaltung durch die Tanzkapelle erfreuen sich die Besucher jedes Jahr eines abwechslungsreichen Showauftritts. So konnten wir in vergangenen Jahren Stars wie Claudia Jung, Michelle, Vivian Lindt usw. für unsere Maifeste verpflichten. Zu einem weiteren Höhepunkt zählen die Ehrungen sowie der Ehrentanz des Maikönigspaares. 

Am nächsten Morgen wird dann die Veranstaltung mit einem Frühschoppen im Zelt fortgesetzt. Zur Unterhaltung der Kinder wird hierzu eigens eine Hüpfburg aufgebaut. Im Jahr 2004 konnte die Maigesellschaft im Rahmen einer Ausstellung unter dem Motto „Etzweiler in 1000 Bildern“ viele Besucher zu einer von der kath. Frauengemeinschaft durchgeführten Cafeteria begrüßen. Aus dem Frühschoppen wird so schnell einmal ein Dämmerschoppen.

Maifrauenversteigerung

Mit der alljährlich im März oder April stattfindenden Maifrauenversteigerung – hierzu sind nur männliche Personen zugelassen – beginnt für die Maiburschen die Vorbereitung auf das Maifest. An diesem Abend hat gemäß der Statuten jeder Interessent, der mindestens 16 Jahre alt und noch nicht verheiratet ist, die Möglichkeit, eine Maifrau des Ortes zu ersteigern. 

Um auch Gästen mit kleinerem Geldbeutel eine Chance zu geben, wird die Versteigerung nach dem amerikanischen Prinzip durchgeführt. Sollte ein Gebot erfolgreich sein, so muss der Bieter in die Maigesellschaft eintreten und erwirbt somit das Recht, die ersteigerte Dame zu fragen, ob sie seine Begleitung während des Wonnemonats Mai werden möchte. Neben den Maifrauen werden auch die mit dem Verein fest verankerten Ämter wie Fahnenträger, Maiknecht und Dörpremmel an diesem Abend versteigert. Höhepunkt des Abends ist die zum Abschluss stattfindende Versteigerung der Maikönigswürde für das bevorstehende Jahr. Gleich im Anschluss in den frühen Morgenstunden werden die Ergebnisse lautstark im Dorf verkündet. Hierbei ziehen die Junggesellen lautstark mit einer Ackerwalze von Maifrau zu Maifrau. Und alle Maifrauen fiebern sehnsüchtig dem Moment entgegen, wenn der Umzug das eigene Fenster erreicht und der folgende Spruch erschallt:

Usklöpper: Ich wees och jet!
Menge: Wat wees de denn?
Usklöpper: Dat dat Eva- Maria ene Maimann hätt!
Menge: Wer es dat dann?
Usklöpper: Der Hermann-Josef Kaiser.

Als letztes wird das Ergebnis bei der Maikönigin verkündet, wo man dann noch bis zum Morgen einkehrt. Der Grundstein vieler Beziehungen hat seinen Ursprung an diesem Abend; damals wie heute.

Tanz in den Mai

Am Abend vor dem 1. Mai treffen sich die Junggesellen mit den Einwohnern des Ortes und der umliegenden Bevölkerung, um eine ganze Nacht lang zu feiern und den neuen Monat, den Wonnemonat Mai, zu begrüßen. Die Feierlichkeiten beginnen mit dem Aufstellen des Maibaumes in der Ortsmitte. Dieser wurde zuvor von den Maiburschen im Bürgerwald gefällt und bis zum Ortsrand transportiert. 

Hier trifft man sich seit einigen Jahren mit den Kindern der umliegenden Kindergärten, um mit deren Hilfe den Dorfmai mit buntem Krepp zu schmücken. Die Kinder gestalten ihren eigenen Birkenzweig farbenfroh, um sodann den Transport des Maibaums zu seinem Bestimmungsort zu begleiten. Die mitgeführte Blasmusik kündigt der erwartungsvollen Bevölkerung das Eintreffen des über 20m hohen Maibaumes an. Mit Muskelkraft und technischer Unterstützung wird der Baum in die Höhe gezogen, um neben dem Kirchturm einen Monat lang den Ort zu zieren. Die Maiburschen – allen voran der Maiknecht- müssen den Maibaum die Nacht über bewachen und notfalls gegen Widersacher verteidigen. 

Auf dem Dorfplatz in unmittelbarer Nähe geht es unterdessen in geselliger Atmosphäre weiter. Bei Bier vom Fass, gegrillten Spezialitäten und zum Klang von Tanz-und Stimmungsmusik wird bis in die Morgenstunden gefeiert. Doch dann heißt es für die Maiburschen, ihren Maifrauen die Maibäume zu setzen. Zunächst geschmückt und anschließend im Ort und der näheren Umgebung aufgestellt, zieren diese Bäume die Häuser der Dorfschönen. Der letzte Baum ist für die neue Maikönigin bestimmt und von entsprechender Höhe; das Haus wird um einige Meter überragt. Der Einladung des Maikönigs folgend, wird der verbleibende Tag unter den Maiburschen zünftig gefeiert und meist erst spät beendet.